Udacity: Google Webdeveloper Scholarship Challenge

Heute schreibe ich ein paar Zeilen zu meinen ersten Erfahrungen zur Google Webdeveloper Scholarship Challenge, an der ich derzeit teilnehme. Die Lernplattform Udacity hat vor einigen Wochen die Möglichkeit angeboten, sich für einen dreimonatigen Entwicklerkurs zu bewerben. Dieser ist gleichzeitig eine Möglichkeit, sich für einen sechsmonatigen Nanodegree-Kurs zu qualifizieren. Erfreulicherweise wurde meine Bewerbung für den ersten Kurs angenommen und so sitze ich seit Anfang November vor meinen Aufgaben.

Udacity: Bewerbungsprozess und Motivation

Udacity bietet, ähnlich wie Udemy und Codecademy, die Möglichkeit, sich für Onlinekurse anzumelden und sich infolgedessen natürlich auch einen Account anzulegen. In einer E-Mail wurde ich vor einigen Wochen auf den Kurs aufmerksam gemacht und habe nicht lange gezögert, meine Bewerbung auszufüllen.

Das ging recht schnell, da man lediglich seinen ungefähren Wissensstand bezüglich Webtechnologien und die zur Verfügung stehende Zeit zum Bearbeiten der Aufgaben angeben musste. Abschließend sollte man ein paar Sätze dazu schreiben, warum man an der Challenge teilnehmen möchte. Da ich als Produktmanager im Softwarebereich arbeite und insbesondere meine Fähigkeiten, Codes lesen und verstehen zu können, verbessern wollte, war meine Motivation auch schnell gefunden. Den Mitarbeitern von Udacity schien meine Bewerbung jedenfalls zu gefallen und so wurde ich für die Challenge angenommen.

Ablauf und Kursaufbau

Nachdem die Bewerbung angenommen wurde, trudelte eine E-Mail ein, in der auf den zum Kurs gehörenden Slack-Channel und das Kursforum hingewiesen wird. Zusammen mit dem eigentlichen Classroom, in dem die einzelnen Lektionen bearbeitet werden, findet der Kurs also primär auf drei Plattformen statt. In denen sollte man tunlichst aktiv sein, um zu den 10% zu zählen, die am Ende des Kurses für das Nanodegree-Programm ausgewählt werden.

Leistungsdruck unter den Teilnehmern

Das ist einer der ganz wenigen Kritikpunkte, die ich an diesem Kursformat habe, da es insbesondere als Programmieranfänger und zu Beginn des Kurses sehr schwer sein kann, die eigentlichen Kursaufgaben zu bearbeiten, im Forum aktiv zu sein und dann auch noch im Slack-Channel nach Möglichkeit andere Teilnehmer zu unterstützen. Dies sieht man auch an den vielen Nachfragen der Teilnehmer und den Threads, die im Forum zu diesem Thema eröffnet werden. Viele haben Sorge, das alles nicht zu schaffen, da sie im Berufsleben stehen, Familie haben und vieles mehr. Ich möchte jedoch anmerken, dass dieser Umstand den Mitarbeitern von Udacity sehr bewusst ist und sie die Teilnehmer diesbezüglich auch beruhigen.

Im Endeffekt geht es natürlich primär erst mal darum, dass die Aufgaben abgeschlossen werden. Die drei Monate sind in meinen Augen ein mehr als ausreichendes Zeitfenster dafür, selbst wenn nur sehr wenig Zeit zur Verfügung steht. Des Weiteren weisen die Mitarbeiter auch darauf hin, dass es um Qualität der Partizipation geht und nicht um möglichst viele Posts – besser bekannt als Spam.

Letztlich können nur 10% am Nanodegree-Programm teilnehmen; die genauen Auswahlkriterien, außer die mir bereits genannten, werden nicht genannt respektive nur vage umschrieben. In meinen Augen tut man sich einen sehr großen Gefallen damit, wenn man sich folgende Punkte kurz vor Augen führt und verinnerlicht:

  1. Wer bereits für das dreimonatige Qualifikationsprogramm ausgewählt wurde, hat die Mitarbeiter von seiner Motivation überzeugt und hat eine Hürde bereits genommen.
  2. Die drei Monate bieten eine große Chance, viel neues zu lernen.
  3. Das geballte Wissen, dass Udacity allein schon in der dreimonatigen Challenge zur Verfügung stellt, ist vollkommen kostenlos!
  4. Selbst wenn man nicht zu den Glücklichen gehört, die sich weiterqualifizierten, ist nicht alles vorbei oder gar umsonst gewesen. Das Nanodegree-Programm ist nur eine – zweifelsohne sehr attraktive – Möglichkeit von sehr vielen, Programmieren zu lernen und sich für den Arbeitsmarkt der Gegenwart und Zukunft zu qualifizieren.
  5. Allein die Kontakte, die sich durch den Kurs ergeben, sind überaus wertvoll und der Aspekt der Vernetzung untereinander sollte nicht unterschätzt werden. Wer weiß schon, was sich daraus in Zukunft ergeben kann?
  6. Wie bei vielen Aspekten des Lebens: Wir können die Situation nicht kontrollieren und wir wissen nicht, ob wir uns in zahlreichen Stunden qualifizieren werden oder nicht. Also machen wir das Beste aus der Situation, sind dankbar für die Chance und die Möglichkeiten des Kurses und geben einfach unser Bestes – ganz egal ob eine oder zehn Stunden pro Tag.

Der Classroom

Zum eigentlichen Classroom, also dem eigentlichen Ort, an dem die Lektionen durchgearbeitet werden, gibt es gar nicht so viel zu sagen. Die Lektionen sind nachvollziehbar aufgebaut und folgen einem bekannten Schema:

  1. HTML
  2. CSS
  3. JavaScript
  4. jQuery

Was mich sehr gefreut hat, sind die zahlreichen Videolektionen, die von sympathischen Mitarbeiten durchgeführt werden. Diese lockern, gerade zu Beginn, die Arbeitsatmosphäre sehr auf und erleichtern insbesondere Programmieranfängern den Einstieg erheblich. So werden beispielsweise die Baumstruktur in HTML mit idyllischen Videoaufnahmen in einem Wald voller Redwood Bäumen erläutert oder JavaScript-Lektionen mithilfe leckerer Donuts näher gebracht. Da habe ich in der Vergangenheit durchaus schon trockenere Erläuterungen zu den Basics gesehen.

Neben den Videos zu einzelnen Themengebieten gibt es auch schriftliche Erläuterungen mit Beispielen. Das Gelernte wird immer unmittelbar in kleineren oder aufwändigeren Quiz abgefragt. Die Antworten werden an das System übermittelt und je nachdem, ob die Antwort richtig oder falsch ist, kommt man zur nächsten Lektion. Die Validierung der Antworten ist leider manchmal etwas sehr streng, sodass es frustrierend sein kann, das gewünschte Format zu finden, das Udacity erwartet. Hier könnte sicherlich nachgebessert werden, da es beim Programmieren in der Regel mehrere Wege nach Rom gibt. Dank des Forums und des Slack-Channels bekommt man aber in der Regel auch sehr schnelle Hilfe aus der Community.

Fazit

Da ich schon ein bisschen Vorerfahrung im Kontext von Webtechnologien mitbringe, war der Einstieg für mich nicht sonderlich schwer. Trotzdem war es sehr hilfreich, gerade die Basics nochmal durchzugehen; einiges war mir dann doch wieder entfallen. Obwohl ich auch im Forum und bei Slack aktiv war, um anderen Teilnehmern, bei Problemen zu helfen, habe ich mich erst mal primär auf die eigentlichen Aufgaben konzentriert, sodass ich alle Aufgaben nun abgeschlossen habe. Das letzte Projekt ist am anspruchvollsten und erfordert einiges an Rechercheaufwand. Das finde ich gut und konsequent, denn die Grundlagen werden hinreichend erläutert und die Recherchequellen mehrfach genannt. Schließlich gehört es zum Programmieren dazu, dass man auf der einen Seite das zu lösende Problem in viele kleine Teilprobleme zerlegt und löst. Auf der anderen Seite ist die Recherche gerade in der schnelllebigen Welt der Programmiersprachen eine fortwährende Aufgabe, die nie endgültig abgeschlossen sein kann; das liegt in der Natur der Sache.

Das angesprochene letzte Projekt ist ein Pixel Art Maker. Der Nutzer kann die Größe der Leinwand (das Grid) selbst bestimmen und im Anschluss Farben wählen und durch einen Klick auf das jeweilige Feld anwenden. Am Ende kann das so aussehen:

Ein Space Invader kreiert mit dem Pixel Art Maker

Ein Space Invader kreiert mit dem Pixel Art Maker

In meinen Augen ist das Schöne an solchen Projekten, dass man nicht nur anwendet, was man lernt, da es ansonsten sehr schnell wieder vergessen wird. Es ist vielmehr der Spaß, sich neue zusätzliche Funktionen auszudenken und zu überlegen, wie man diese umsetzen kann. Dadurch lernt man wirklich am meisten und bleibt am Ball. Insbesondere wenn man erst mal nicht eine Anstellung als Entwickler anstrebt, sondern Programmieren vielmehr als eine Kompetenzerweiterung in einer zunehmend digitalisierten Welt ansieht.

Die Challenge ist wirklich ein toller Weg, Programmieren zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Eine klare Empfehlung meinerseits – neben Angeboten wie etwa Codecademy.

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Marco Braun

Neu-Berliner. Kreativer Querdenker. Pragmatiker mit Vorliebe für schöne Dinge. Alumni der Universität Bielefeld. Treiber des Herzensprojektes Huciety.

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