Vernetztes Arbeiten: WeQ statt IQ

Vernetzung

Vernetztes Arbeit – oder auch WeQ – führt gemäß den Ausführungen von Prof. Dr. Ulrich Weinberg von der »School of Design Thinking« am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam zu erstaunlichen Entdeckungen. Dieser Effekt scheint auch in einer vernetzten Welt im Allgemeinen zu gelten, ansonsten wäre ich nicht zufällig auf dieses Thema gestoßen.

Das soziale Netzwerk Facebook hat mich nämlich zufällig damit konfrontiert. Ist manchmal also doch alles gar nicht so schlimm; besser noch, man lernt sogar Neues! Vielleicht muss man es nur richtig machen. Bei Amazon Video gibt es die Serie Betas, die von einem aufstrebenden Startup im Silicon Valley handelt (und für mich unverständlich nach einer Staffel wieder eingestellt wurde). Aus dieser Serie ist mir ein Satz sinngemäß hängen geblieben und er lautet in etwa so:

Ich glaube nicht, dass die sozialen Netze / Medien das Problem sind. Ich glaube, dass wir sie einfach falsch benutzen.

Wenn ich mir meine Facebook-Timeline manchmal so anschaue, kann ich dem durchaus zustimmen. Und genau so, wie wir unter Umständen die sozialen Medien falsch nutzen, nutzen wir ja vielleicht auch andere Systeme falsch. Dieser Gedanke kam mir zumindest, als ich auf den Vorschlag für das deutsche Bildungssystem von Prof. Dr. Ulrich Weinberg gestoßen bin.

Vom IQ zum WeQ

Startpunkt meiner Entdeckung in diesem Kontext ist dieser Artikel, der im Edu-Action Channel von Good Impact erschienen ist. Genau genommen, ist es das folgende Video, das übrigens sehr unterhaltsam ist:

Hier werden insbesondere zwei Termini gegenübergestellt:

  • IQ = Alt, getrennt, analog
  • WeQ = We-Quality = Neue, vernetzte, kollaborative Möglichkeit, zusammen zu arbeiten; getrieben durch die Digitalisierung

Grundtenor ist also, dass das althergebrachte Denken, was Intelligenz und Bildung eigentlich bedeutet und misst, überholt ist und es neuer Mittel und Wege bedarf. Der IQ wird nur durch eine einzige Zahl repräsentiert und im Schulsystem wird diese Form der numerischen Bewertung anhand von Schulnoten gelebt. Ich kann jetzt nicht gerade behaupten, dass ich eine Abschaffung von Noten befürworten würde – dafür müsste ich mich viel langfristiger und ausgiebiger mit diesem Thema befassen. Was ich aber durchaus nachvollziehen kann und auch sofort glaube, ist der positive Effekt, der hierdurch entstehen kann. An der School of Design Thinking werden keine Noten verteilt. Die Motivation ziehen die dortigen Studierenden aus ihren gemeinsamen Projekten, die sie umsetzen und den daraus resultierenden Kräfte, die freigesetzt werden – also intrinsische Motivation. Kollaboration wird hier höher gestellt als die individuelle Leistung oder Intelligenz.

Ich finde, das ist ein interessanter Ansatz. Es bedeutet ja nicht, dass die jeweilige individuelle Leistungsfähigkeit nicht gegeben sein muss. Es bedeutet viel mehr, dass man das Potential nutzt, was entsteht, wenn durch Zusammenarbeit großartige Dinge entstehen. Diese Einsicht teile ich uneingeschränkt. Ich arbeite derzeit an meinem Herzensprojekt Huciety und ziehe viel Energie aus Gesprächen mit Menschen über dieses Projekt. Ein intensiver Gedankenaustausch mit motivierten und zuversichtlichen Menschen kann einen selbst und die ganze Gruppe sehr stark nach vorne bringen. Die Erkenntnis, dass Kollaboration erstaunliches hervorbringen kann, ist sicherlich nicht neu; aber dadurch, dass dies nun in einer institutionalisierten Form vorangetrieben, bekommt es in meinen Augen eine ganz andere Qualität.

Network Thinking

Kollaboration und vernetztes Arbeiten und ihre Bedeutung für eine sich stetig verändernde Gesellschaft kann man vermutlich nicht hoch genug anrechnen. Ich denke, dass es eine Antwort, ein kleines Puzzleteil ist, um mit den Herausforderungen einer immer stärker digitalisierten Welt zurecht zu kommen. Und wir brauchen diese Antworten, wenn wir als Menschen mit diesen gewaltigen Umbrüchen zurechtkommen wollen. Dies verdeutlicht auch der kurze Vortrag zum Thema »Network Thinking«, der ebenfalls sehr aufschlussreich ist und die Idee hinter dem Begriff WeQ weiter verdeutlicht:

Wer sich mehr mit dem Thema auseinandersetzen möchte, findet nachfolgend noch zwei Linktipps sowie die gängigen Social-Media-Kanäle für weiterführende Informationen:

Ich wünsche gute und vernetzte Unterhaltung (:

Bildquelle: Pixabay


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Marco Braun

Neu-Berliner. Kreativer Querdenker. Pragmatiker mit Vorliebe für schöne Dinge. Alumni der Universität Bielefeld. Treiber des Herzensprojektes Huciety.

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